
Merkmale der Microcassette (MC)
Definition & Entstehung
Die Microcassette (MC) wurde 1969 von Olympus eingeführt.
Sie ist eine verkleinerte Variante der Compact Cassette und wurde primär für Diktiergeräte, Anrufbeantworter und portable Sprachaufnahmen entwickelt.
Ihr Fokus lag auf maximaler Kompaktheit, nicht auf Hi‑Fi‑Qualität.
Bauform & Kompatibilität
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Abmessungen: 50 × 33 × 8 mm (deutlich kleiner als die Compact Cassette).
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Zwei Spulen in einem transparenten Kunststoffgehäuse.
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Mechanische und magnetische Standards unterscheiden sich von der Compact Cassette → nicht kompatibel mit normalen Kassettendecks.
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Abspielbar in speziellen Microcassette‑Recordern, Diktiergeräten und Anrufbeantwortern.
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Schreibschutz über Schiebeschalter an der Rückseite.
Magnetband & Klangqualität
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Bandgeschwindigkeit:
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2,4 cm/s (Standard)
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1,2 cm/s (Längere Laufzeit, geringere Qualität)
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Bandbreite: 2,5 mm (schmaler als bei der Compact Cassette).
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Zwei Spuren (Mono), bei manchen Geräten auch Stereo‑Varianten.
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Klangqualität primär für Sprache ausgelegt:
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begrenzter Frequenzgang
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höheres Grundrauschen
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keine Hi‑Fi‑Standards wie Dolby B/C üblich
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Für Musikaufnahmen ungeeignet, aber für Sprache effizient und platzsparend.
Laufzeit
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Typische Längen: MC‑30, MC‑60, MC‑90 (Zahl = Minuten bei 2,4 cm/s).
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Bei halber Geschwindigkeit verdoppelt sich die Laufzeit, jedoch mit deutlicher Qualitätsminderung.
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Jede Kassette besitzt zwei Seiten (A/B).
Anwendungsbereiche
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Diktiergeräte für Journalisten, Ärzte, Studierende.
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Anrufbeantworter der 1980er–2000er.
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Sprachmemos, Interviews, Protokolle.
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Selten in Musik‑ oder Datenanwendungen genutzt.
Verbreitung
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Ab den 1970ern weit verbreitet im Büro‑ und Sprachaufzeichnungsbereich.
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Wurde ab den 2000ern zunehmend durch digitale Diktiergeräte und Voicemail‑Systeme ersetzt.